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Schwärmindex
Tag antippenDie Prognose fasst Literatur und Praxisregeln zusammen und ist noch nicht an Befunden kalibriert: eine begründete Annahme, keine Vorhersage des Verhaltens. Sie hilft bei der Terminwahl, ersetzt aber keine Erfassung und ist keine Begründung für Erfassungsumfang oder Ergebnisse in Gutachten.
Wetterdaten: Open-Meteo (CC BY 4.0), Modell je nach Standort. Wind in 10 m Höhe.
Was BatForecast will
1. Kartiertermine finden. Das Tool verbindet die Wettervorhersage mit dem aktuellen Kenntnisstand zu Ausflug, Morgenschwärmen und Winterschwärmen: Zeitfenster nach Sonnenuntergang, Jahreszeit, Temperatur, Wind, Regen, je nach Zielart. Daraus schlägt es Nächte und Uhrzeiten vor, in denen eine Begehung am ehesten etwas zeigt.
2. Annahmen prüfen. Was die Literatur sagt, gilt oft nur für eine Art, ein Quartier oder eine Region. Jede Meldung, auch ohne Tiere, wird mit dem Archivwetter ihrer Nacht verknüpft. Die Auswertung zeigt dann, wie gut die Annahmen treffen: getrennt nach Messort (Quartier, Quartiersuche, Flugroute, Jagdhabitat), Erfassungsart (Begehung oder Ruflogger) und Zielgröße. So wird aus der Prognose eine Hypothese, die sich an echten Befunden messen lässt.
Bisheriger Stand: Im Jagdhabitat und bei der Quartiersuche trennt die Prognose Nächte mit und ohne Aktivität brauchbar. Am bekannten Massenquartier erklärt das Wetter wenig; dort sagt die Aktivität der Vornacht mehr voraus. Am meisten helfen deshalb Serien am selben Ort, auch in Nächten ohne Tiere.
Mitmachen und mitforschen. Wer zu Ausflug, Schwärmen oder Winteraktivität forscht oder eine Abschlussarbeit schreibt, kann BatForecast gern nutzen: zum Planen von Erfassungen, zum Einlesen eigener Zählreihen oder Ruflogger-Daten und zum Prüfen eigener Hypothesen mit dem Archivwetter. Bei Interesse an Kooperation, Forschung oder Datenaustausch freue ich mich über eine Nachricht an batforecast@gbaumert.de.
Wie die Prognose rechnet
Prozentwert = Saisonfaktor des Schwärmtyps × Wetterfaktor. Der Wetterfaktor ist das Produkt aus Temperatur, Wind (mit Böen), Regen und Luftfeuchte im jeweiligen Zeitfenster, mit Zu- und Abschlägen für Bewölkung, Vornacht und Frost. Der Schwärmindex ist der höchste der drei Werte einer Nacht. Saison und Wetter werden getrennt gerechnet, damit warme Nächte nicht nur deshalb gut abschneiden, weil sie im August liegen. Die Monatswerte der Saison gelten zur Monatsmitte und werden von Tag zu Tag übergeleitet; die Winterregeln (November bis März) werden etwa vom 25.10. bis 8.11. und vom 25.3. bis 7.4. schrittweise ein- und ausgeblendet. So gibt es an Monatsgrenzen keine Sprünge.
Es gibt keine allgemein gültige Wettergrenze für Ausflug oder Schwärmen; die Befunde sind art-, quartier- und verhaltensabhängig. Werte ohne direkten Literaturbeleg sind als Annahme gekennzeichnet und in den Einstellungen änderbar. Modellversion: .
| Faktor | Im Modell | Befund und Quelle |
|---|---|---|
| Temperatur | Faktor gleitend: 4 °C kaum, 10 °C Erfassungsschwelle (0,8), ab 15 °C voll; Mittel im jeweiligen Zeitfenster | Wärmer = mehr Insekten, mehr Aktivität; wichtigster Einzelfaktor. Erfassungsstandard ≥ 10 °C bei SU, Schottland ≥ 8 °C. Spätsommerschwärmen an Gebäuden ab 15 °C gegen Mitternacht. Rauhautfledermaus auf See: 89 % der Nachweise bei Nachtmitteln über 15 °C. Nachtfalterfänge verdoppeln sich etwa je 2,8 °C; in der wärmsten Nacht (26 °C) fingen Köderfallen 19-mal so viel wie in der kältesten (3 °C). Temperatur wirkte an allen Winterquartieren positiv auf den Frühjahrsausflug. [1, 2, 7, 8, 10, 11, 22, 29, 31] |
| Temperatur im Winter | Schwellen Nov–März um 4 °C abgesenkt; beim Winterschwärmen nur zu 40 % gewichtet; Übergang etwa 25.10.–8.11. und 25.3.–7.4. | Südbayern: Zwergfledermaus ab 6 °C bei SU oder bei starkem Kälteeinbruch, Mückenfledermaus auch ab 0 °C. LFA NRW: Temperatur „kaum relevant“, in ersten Frostnächten erhöhte Aktivität. Winteraktivität bis unter 0 °C, Schwerpunkt in milden Nächten. [4, 5, 8, 14] |
| Frostperiode, Kälteeinbruch | 1.–4. Frostnacht oder Temperatursturz ≥ 5 °C: Mindest-Wetterfaktor 0,6 fürs Winterschwärmen | Erste Frostperiode, die zwei bis vier Folgenächte (NRW); in der Regel ab der zweiten Frostnacht (BVF 2018, zit. in Besuden); Quartierwechsel bei Kälteeinbruch (Südbayern). [5, 7, 12] |
| Wind | voll bis 4 m/s, halb bei 6, stark gedämpft bei 8, kaum ab 12 m/s; Abzug für Böen über 8 m/s. Beim Winterschwärmen zählt der Wind nur zu 30 % | Wind wirkte bei fast allen Arten negativ. Erfassungsstandard < 5 m/s. Kalte, windige Nächte konzentrieren die Aktivität auf die ersten Stunden. Abschaltschwellen an Windenergieanlagen meist 3,5–8 m/s; über 8 m/s blieben 9–12 % der Aktivität (Frankreich). Rauhautfledermaus auf See: 67 % der Nachweise unter 5 m/s, 31 % bei 5–8 m/s. Südschweden: Fledermäuse bis etwa 12 m/s, darüber keine. In Südengland stieg die Aktivität der Pipistrellen dagegen leicht mit dem Wind. Die genaue Kurve ist eine Annahme, die Eckpunkte sind belegt. [1, 2, 10, 11, 20, 21, 22, 23, 47, 48] Im Winter in Landshut und München viel Aktivität auch bei 7–9 m/s im Wetterarchiv (s. Modellhistorie). |
| Wind am Gewässer | nur bei Standort „Am Gewässer“: voll bis 2,5 m/s, halb bei 4, stark gedämpft bei 6, kaum ab 9 m/s | Zuckmücken flogen ab etwa 2,5 m/s weniger, über 3 m/s kaum noch; Hauptflug abends, kleinere Spitze morgens. Kleine Insekten sammeln sich im Windschatten von Gehölzen; Zwergfledermäuse jagten bei etwa 6 m/s nur noch auf der Leeseite. Wasser-, Teich-, Mücken- und Rauhautfledermaus fressen überwiegend Zuckmücken und andere Wasserinsekten. Umrechnung auf 10 m Höhe: Annahme. [30, 32, 35, 36, 37] |
| Wassertemperatur | nur Anzeige: grobe Schätzung aus dem 7-Tage-Mittel der Lufttemperatur (2,9 + 0,86 × Luft), mit Trend über 3 Tage; fließt nicht in den Prozentwert ein | Wo die Wassertemperatur schwankt, steuert sie den Schlupf (eine Tanzfliegenart ab 16 °C); bei gleichmäßig temperiertem Wasser eher Tageslänge und Wetter der Vortage. Zuckmücken schlüpfen auch im Winter, aus grundwassergespeisten Bächen, und sind noch um 0 °C aktiv. Die Formel stammt von flachen Flüssen; für Quellbäche, Seen und große Flüsse taugt sie wenig. Gemessene Werte an 111 Messstellen: Gewässerkundlicher Dienst Bayern. Keine allgemeine Schlupfschwelle bekannt. [33, 34, 38] |
| Regen | ab 0,2 mm/h gedämpft (0,85), bei 2 mm/h Faktor 0,4, darüber 0,1; zusätzlich Abzug, wenn die Summe im Fenster 0,8 mm übersteigt | Regen unterdrückte das Schwärmen signifikant; am Winterquartier je nach Art negativ. 0,2 mm/h ist ein Abschaltparameter für Windenergieanlagen. Südengland: 5,7 Kontakte/h bei Trockenheit, 5,1 bei leichtem, 2,6 bei starkem Regen. Die 0,8 mm stammen aus einem Entscheidungsbaum zur Hawaii-Graufledermaus an Windenergieanlagen, nur in Kombination mit Wind ≤ 8,3 m/s (Annahme, nicht übertragbar belegt). [3, 9, 10, 11, 23, 24] |
| Luftfeuchte | leichter Abzug ab 92 %, Nebel ab 98 % | Schwach und widersprüchlich belegt; in einer Masterarbeit wegen Überschneidung mit anderen Größen nicht ausgewertet. Die oft zitierte Grenze von 85 % stammt aus der Hawaii-Studie und gilt dort nur zusammen mit Wind über 9,8 m/s und höchstens 21,4 °C (Annahme). [3, 12, 24] |
| Luftdruck | kein Einfluss (Zuschlag 0); Änderung 3 h, 24 h, 48 h wird protokolliert | Artspezifisch in beide Richtungen; bei der Mückenfledermaus Druckminimum und -spanne über 48 h bedeutsam, bei der Zwergfledermaus nicht. Einzelbeobachtung: mehr Ausflüge bei fallendem Druck. Höherer Druck: weniger Torpor (Nordnorwegen). Größere nächtliche Druckänderung: mehr Ausflüge aus Winterquartieren (Nordamerika). Rauhautfledermaus auf See: kein Einfluss. Hawaii: mehr Nachweise bei ≤ 972 hPa. Deshalb nur protokolliert, kein Ausschlusskriterium. [10, 12, 18, 22, 24, 25, 26] |
| Weitere Wettergrößen | nur protokolliert, nicht im Modell: Taupunkt und Tau/Nebel in der Nacht, gefühlte Temperatur, Dampfdruckdefizit, Sonnenscheindauer und Einstrahlung am Tag, Bodentemperatur, Schnee, tiefe, mittlere und hohe Bewölkung (Open-Meteo); in der Auswertung und im CSV-Export enthalten | Erste Prüfung an 211 Winternächten (Oktober 2026): Tau- und Nebelnächte und hohe Luftfeuchte gingen im Münchner Tierpark mit weniger Aktivität einher, auch bei gleicher Temperatur; in Landshut schwach, am Osnabrücker Massenquartier nicht. Mehr Wolken: etwas weniger Aktivität. Als Modelländerung getestet, verbesserte keine dieser Größen die Prognose; übernommen wird erst, was sich an mehr Daten bestätigt. Sonne am Tag (Aufheizen von Gebäudequartieren) und Bodentemperatur werden seit Version 1.36 erfasst, ebenso das Wetter der beiden Folgetage (Temperatur, Luftdruck, Regen), um zu prüfen, ob die Tiere auf kommendes Wetter reagieren. [47, 48, 46] |
| Kalte Vornacht | Ausflug und Morgenschwärmen: −15 % (Kältephase −22,5 %), Ausflug 15 min später | Mehr Aktivität nach warmem Vortag; Temperaturspanne und -minimum der letzten 48 h sowie die Aktivität der Vornacht erklärten die Winteraktivität der Zwergfledermaus. Nach kalten Nächten beginnt die Aktivität später und konzentriert sich auf die ersten Stunden. Höhe des Abzugs: Annahme. [11, 12, 14] |
| Nachholeffekt | nur Winterschwärmen (Nov–März): Zuschlag 0,12 nach ungünstiger Vornacht, wenn die aktuelle Nacht gut und mindestens 2 °C wärmer ist | Kühle Phasen unterdrückten das Schwärmen, mit einem Aktivitätsschub bei Erwärmung. Höhe: Annahme. [13] |
| Bewölkung | Zuschlag bis 0,05 | Früheres Dunkelwerden; Effekt am Winterquartier je nach Art positiv oder negativ (Annahme). [10] |
| Artprofile | Zwerg-, Mücken-, Wasser-, Rauhautfledermaus, Großer Abendsegler, Schwärmen an unterirdischen Quartieren: eigene Saison und Zeitfenster für das Schwärmen, eigene Winterschwellen, Standort (nur Wasserfledermaus); Abendsegler, Rauhaut-, Wasserfledermaus und unterirdische Quartiere werten Temperatur und Wind auch im Winter voll; alle anderen Arten allgemeine Werte | Zwergfledermaus: Herbstschwärmen an Gebäuden Mitte bis Ende August, Frostschwärmen in den ersten Frostnächten. Mückenfledermaus: Winteraktivität ab 0 °C bei SU, eher 2,5–4 h nach SU. Wasserfledermaus: Beute überwiegend aus dem Wasser, Schwärmen an unterirdischen Quartieren mit Maximum im September, Frühjahrsausflug temperaturabhängig. Großer Abendsegler: früh, wetterempfindlich, bei Kälteeinbruch im Quartier; Frühjahrszug nach Rückenwind und Luftdruck. Rauhautfledermaus: Zug bevorzugt über 15 °C und unter 5 m/s, aber 31 % der Nachweise bei 5–8 m/s; daher allgemeine Windwerte. Unterirdische Quartiere: am stärksten schwärmten Fransen-, Wasser-, Große und Kleine Bartfledermaus und Braunes Langohr; Hauptzeit August bis Oktober, Spitze im September, Höhepunkt 6–7 h nach SU; Frühjahrsausflug Ende März bis Mitte April. Die Profile übertragen Befunde einzelner Studien und Praxisanleitungen; die genauen Monatswerte sind Annahmen. [4, 5, 7, 9, 10, 12, 19, 22, 29, 35, 39, 40, 41, 42, 43] |
| Verlauf in der Nacht | nur Nachtuhr: Stundenbalken gewichtet, Gipfel Abend 90 min nach SU, Herbstschwärmen 6,5 h nach SU (davor ab 35 %, danach bis 50 % bei SA), Morgen 60 min vor SA; Winterschwärmen flach. Prozentwerte unverändert | Jagdaktivität mit Gipfel 1–2 h nach SU; Herbstschwärmen am unterirdischen Quartier in den ersten Stunden gering, Höhepunkt 6–7 h nach SU, langsamer Rückgang bis zum Morgen; Winterschwärmen intensiv 60–180 min nach SU; Morgenschwärmen mit Gipfel etwa 1 h vor SA. Form der Kurven: Annahme. [8, 9, 11, 15, 16] |
| Ausflugszeit | Median erster Ausflug je Zielart (z. B. Zwergfledermaus 34 min, Breitflügel 9 min nach SU); mittlere 50 % als „meist“, Minimum und Maximum als „Spanne“. Der empfohlene Zeitraum beginnt 5 min vor dem frühesten beobachteten ersten Ausflug (bzw. 15 min vor dem unteren Quartil) und endet frühestens 30 min nach dem spätesten (bzw. 45 min nach dem oberen Quartil) | Spanne aus Abb. 11 abgelesen (ganze Minuten). Auswertung von Koloniezählungen in Bayern; Mücken- und Wasserfledermaus aus Großbritannien und Tschechien. [6, 39, 40] |
| Empfohlener Begehungszeitraum | Zeiten für Ausflugsbeobachtungen nach Südbayern: Apr–Aug 30 min vor bis 90 min nach SU; Sep–März 60 min vor bis 90 min nach SU; Dez bis 120 min; November standardmäßig 90 min, auf Wunsch 120 min. Angepasst an die Zielart: Beginn 15 min vor dem unteren Quartil bzw. 5 min vor dem frühesten beobachteten ersten Ausflug, Ende 45 min nach dem oberen Quartil bzw. 30 min nach dem spätesten, inkl. Verzögerung bei Regen und nach kalter Vornacht | Untersuchungsprogramm für Stadtgebiete: April–August 30–15 min vor bis 60–90 min nach SU, September–März 60–30 min vor bis 60–90 min nach SU, bei Verdacht auf Winterquartier der Zwergfledermaus im Dezember bis 120 min; die Zeiten können im angegebenen Rahmen variieren; Ausflugszeiten aus der bayerischen Koloniezählung. Vorlauf 15 min und Nachlauf 45 min: Annahme. [4, 6] |
| Herbstschwärmen | Fenster 2 h nach SU bis 2 h vor SA; Saison Aug–Okt, Maximum September | Höhepunkt am unterirdischen Quartier 6–7 h nach SU, Aug–Okt mit Maximum im September; an Gebäuden Mitte bis Ende August, ab 2 h nach SU, bei schlechtem Wetter bis in den September verschoben, im Oktober deutlich weniger. [5, 7, 8, 9, 29] |
| Winterschwärmen | Fenster 60–240 min nach SU (Mückenfledermaus 150–300 min); Saison Januar und Februar 0,45 (seit Modell 7); Wind nur zu 30 % (seit Modell 8) | Ingolstadt: Mückenfledermäuse an Winterquartieren 2,5–4,5 h nach SU, auch im Januar und Februar bei −2 bis +5 °C; empfohlen 2,5–4 h nach SU. Beginn ca. 45 min, intensiv 60–180 min nach SU (NRW); Zwergfledermaus meist ab 90 min (Südbayern). Österreich: ab 1 h nach SU, mindestens 2 h beobachten, Ende September bis März mit Schwerpunkt November bis Januar; niederschlagsfrei, kein starker Wind, Temperatur notieren. Dauererfassung an einem Massenwinterquartier in Osnabrück: Aktivität in fast allen Nächten, die stärksten Nächte sowohl bei Frost als auch bei deutlichen Plusgraden; Frostschwärmen im engen Sinn nur in wenigen Nächten; empfohlen werden die ersten Nächte nach einem Temperatursturz unter 0 °C und nach einem plötzlichen Anstieg über 10–11 °C nachts. Landshut: erhöhte Aktivität bei Temperaturextremen in beide Richtungen, wenig bei starkem Niederschlag. München (Tierpark, Dauererfassung): Aktivität fast nur in milden Nächten, in der Frostphase im Januar keine. Dauererfassung an vier Winterquartieren (Gemischtes Modell, Aktivitätsminuten je Nacht): Zwergfledermaus mehr Aktivität nach einer großen Temperaturspanne in den 48 h davor (über 10 °C), in sehr kalten (unter 0 °C) oder milden Nächten (über 9 °C), gebremst durch Regen bei starkem Wind; Mückenfledermaus (ein Quartier) nicht nach der Temperatur, sondern bei niedrigem oder stabilem Luftdruck. Bei beiden Arten sagt die Aktivität der Vornacht viel voraus; Spitzen kommen in Schüben von zwei bis drei Nächten. Empfohlen: Dauermonitoring über mindestens drei Wochen zwischen November und März, Begehung in der Nacht nach einer Spitze. Methodenstandard: ab der zweiten Frostnacht 2–4 h nach SU, zusätzlich nach plötzlichem Temperaturanstieg; Niederlande: erste Frostperiode, ab 1 h nach SU. [4, 5, 8, 27, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51] |
| Morgenschwärmen | 90 min vor SA bis SA, Spitze 60 min vor SA; Saison Juni–Juli (August) | Höhepunkt etwa 1 h vor SA; alte Weibchen ab Mitternacht zunehmend. Erfassungszeit Juni–Juli (August); Österreich: Mai bis August, ab 1 h vor SA, niederschlagsfrei, windstill, warm. [4, 15, 16, 17, 28] |
Nicht abgebildet: artspezifische Schwellen (z. B. Luftdruck bei der Mückenfledermaus[12, 49]), die Aktivität der Vornacht und Schübe über mehrere Nächte[49]; diese und weitere Regeln aus der Literatur prüft die Auswertung unter „Hypothesen prüfen“, Windrichtung und Luftdruck beim Frühjahrszug des Großen Abendseglers[19], Mondlicht (in einer Studie fingen Lichtfallen bei Vollmond deutlich weniger Nachtfalter, Köderfallen dagegen kaum: Die Falter fliegen also weiter, nur lockt die Lampe bei Mondschein schlechter[31]), gemessene Wassertemperatur und Insektenschlupf, Mikroklima des Quartiers. Ein Nullbefund ist nur an Orten mit bekanntem Vorkommen aussagekräftig.
Die Prognose hilft bei der Terminwahl und ersetzt keine Erfassung. Wetterdaten: Open-Meteo.
Modellhistorie
Jede Meldung speichert die Modellversion, mit der die Prognose damals gerechnet wurde. Die Auswertung rechnet immer mit dem aktuellen Modell nach.
Modell 9 (Oktober 2026): keine Sprünge mehr an Monatsgrenzen. Bisher galten Saisonwert, Temperaturschwelle, Zeitfenster und Kälteeinbruch ab dem 1.11. schlagartig; eine milde Nacht sprang so vom 31.10. auf den 1.11. von „eher nicht“ auf „lohnt sich“, ohne dass sich das Wetter änderte. Jetzt gilt jeder Monatswert zur Monatsmitte und wird dazwischen übergeleitet; die Winterregeln werden über etwa zwei Wochen um den 1.11. und den 1.4. eingeblendet. In den Testdaten blieb die Trennschärfe gleich (alle Winternächte 0,78; Landshut 0,82 statt 0,75), der Brier-Wert änderte sich kaum (0,299 statt 0,291). Außerdem gilt der Nachholeffekt jetzt wie beschrieben nur nach den Winterregeln; vorher wirkte er versehentlich auch beim Herbstschwärmen.
Modell 8 (Oktober 2026): Wind zählt beim Winterschwärmen nur noch zu 30 % (vorher wie im Sommer). Geprüft an 83 Winternächten mit Archivwetter: Landshut (29 Begehungen, Pipistrellus ja/nein)[47], München-Tierpark (42 Nächte Dauererfassung, 19 mit und 23 ohne Aufnahme)[48] und Ingolstadt (12)[5, 45]. Die Trennschärfe (Anteil der Nachtpaare aktiv/still, die das Modell richtig reiht; 0,5 = Zufall) stieg in München von 0,56 auf 0,68, in Landshut von 0,71 auf 0,75; der Brier-Wert sank in allen drei Gruppen. Ein zusätzlicher Auslöser „Erwärmung“ brachte in diesen Daten nichts messbares und wurde nicht übernommen; ein höheres Temperaturgewicht verbesserte Landshut, verschlechterte aber Ingolstadt (Schwärmen bei Frost) und blieb daher bei 0,4. Vorläufig: kleine Stichprobe, zwei Datensätze aus Diagrammen abgelesen, München ist ein Park, kein Quartier.
Modell 7 (Oktober 2026): Abgleich mit 12 Winterbeobachtungen aus Ingolstadt (2013–2023) mit Archivwetter[5, 45]. Alle vier Beobachtungen im Januar und Februar erhielten nur 16–22 %, obwohl das Wetter günstig war (Wetterfaktor 0,64–0,90); Grund war der Saisonwert 0,25. Er steht jetzt bei 0,45 (allgemein, Zwerg- und Mückenfledermaus). 8 der 12 Beobachtungen lagen nach dem bisherigen Fensterende von 180 min; das Winterfenster reicht deshalb bis 240 min nach SU (Mückenfledermaus bis 300 min). Die empfohlene Begehungszeit der Koordinationsstelle ist unverändert. Vorläufig: Es lagen nur Positivfunde vor, Abende ohne Aktivität fehlen, und die Folienzeiten sind Aufnahmezeiten. Neu ist außerdem die Einstellung „Nur Wetter“, die die Monatswerte ausblendet.
Modell 1–6 (Oktober 2026): Aufbau des Modells. 1: Saison × Wetter aus Temperatur, Wind und Regen. 2: Luftfeuchte und Nebel. 3: eigene Regeln fürs Winterschwärmen (Temperatur schwächer gewichtet, Kälteeinbruch und Frostperiode). 4: Standort „Am Gewässer“ mit strengeren Windwerten und geschätzter Wassertemperatur. 5: Artprofile. 6: Verlauf in der Nacht für die Nachtuhr.
Quellen
KI-gestützte Entwicklung: Programmcode, Modell, Literaturrecherche und Texte wurden mit Claude (Anthropic) über claude.ai erstellt, zuletzt mit dem Modell Claude Opus 5.5 (Oktober 2026), fachlich angeleitet und geprüft von Gregor Baumert. Quellen wurden nach Möglichkeit am Original nachgelesen; Werte ohne Beleg sind als Annahme gekennzeichnet. Toolversion: .
Literatur
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- Scottish Natural Heritage et al. (2019): Bats and Onshore Wind Turbines: Survey, Assessment and Mitigation. nature.scot
- Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) (2023): Anfrage Nr. 146 zur Berücksichtigung des Niederschlags bzw. der Luftfeuchtigkeit bei Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz. Aktualisiert 13.07.2023.
- Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern (o. J.): Vorschlag für ein Fledermaus-Untersuchungsprogramm für Stadtgebiete und die Klärung der Artenschutzbelange im städtischen Umfeld im Vorfeld von Baufeldräumungen inkl. Baumfällungen und Gebäudeabbruch.
- Weißschädel, C., Kellerer, K. & Lustig, A. (2022): Schwärmerische Winterabende – Aktivität von Pipistrellen an Winterquartieren. Vortrag, Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern. PDF
- Glauß, S. (2018): Ausflugszeiten von Fledermäusen. Fledermausrundbrief 28: 14–15. Koordinationsstellen für Fledermausschutz in Bayern. PDF
- Giese, C. / LFA Fledermausschutz NRW (2018): Frostschwärmen von Zwergfledermäusen – den Massenwinterquartieren auf der Spur. fledermausschutz.de, 14.12.2018. Link
- Giese, C. / LFA Fledermausschutz NRW (o. J.): Winteraktivität von Zwergfledermäusen. fledermausschutz.de. Link
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- Koch, M., Manecke, J., Burgard, J. P., Münnich, R., Kugelschafter, K., Kiefer, A. & Veith, M. (2023): How weather triggers the emergence of bats from their subterranean hibernacula. Scientific Reports 13: 6344. doi:10.1038/s41598-023-32166-7
- Lilley, T. M., Vesterinen, E. J., Vasko, V. V., Blomberg, A. S. & Fjelldal, M. A. (2026): Environmental drivers of bat activity at high latitudes. BMC Ecology and Evolution 26: 18. doi:10.1186/s12862-026-02497-w
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- Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) (2023): Fledermauskundliche Methoden in der Praxis – Morgendliches Schwärmen. PDF
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